Zwerge? Was für Zwerge? Achso, die Nazis da?!

zwerge

Mit regem Interesse verfolgten wir in den letzten Tagen und Wochen die Diskussion um die Installation ‚Poisoned – Dance with the devil ‚ des Künstlers Ottmar Hörl, die seit Donnerstag den 15. Oktober bis zum Montag 19. Oktober auf dem Ludwigsplatz zu besichtigen ist. Die Installation zeigt 1250 schwarze/goldene kleine Gartenzwerge, die ihren rechten Arm zum Hitlergruß erheben. [1] Der Kulturausschuss der Stadt Straubing weigerte sich zunächst dieses Projekt zu finanzieren und es im Namen der Stadt auszustellen [2], der Ortsverband der SPD konnte jedoch eineN unbekannteN GönnerIN finden, die/der sich bereit erklärte dieses zu finanzieren.[3]

Die Meinungen bezüglich der Installation scheinen sehr weit auseinander zu gehen und auch wir kommen als antifaschistisches Kollektiv nicht drum herum unsere Meinung gegenüber diesem hochbrisantem Thema zu äußern. Zunächst ist Kunst ein wichtiges Medium kritische und oftmals auch antifaschistische Inhalte nach Außen zu transportieren. Kunst darf und soll polarisieren und Menschen zum Nachdenken anregen. Wir als AntifaschistInnen gestehen allen KünsterInnen selbstverständlich deren künstlerische Freiheit zu, so auch in diesem Fall. Doch nun zur Kritik.

Hierbei handelt es sich um ein typisches (deutsches) Phänomen, dass mensch seit Ende der Nazidiktatur verfolgen kann. Leider gibt es bis heute eine -unserer Meinung nach- viel zu dürftige inhaltliche Auseinandersetzung mit der Zeit und den Folgen des Nationalsozialismus. Oftmals wird versucht die Tatsachen zu verdrehen oder so auf persiflierende Art und Weise zu verarbeiten. Dies ist aber nicht genug. Da kritische Sichtweisen zu eben dieser Thematik leider viel zu oft Witz und Verdrängung zum Opfer fielen. Es liegt auf der Hand, dass die Installation ihren Zweck klar erfüllt, nämlich, dass die EinwohnerInnen Straubings zum Nachdenken angeregt werden. Diese Anregung ist jedoch das falsche Signal, da sie a) oftmals missverstanden wird (dies kann dem Künstler allerdings nicht zum Vorwurf gemacht werden) und b) sie die gezeigte Pose (den Hitlergruß) verharmlost. Die Zwerge sollen laut Erklärung ein Sinnbild für den heutigen Nazi sein. Hörl argumentiert nun, er habe ja mit den Wichteln den deutschen „Herrenmenschen“ persiflieren wollen. [4] Eine Persiflage ist in diesem Kontext jedoch ein völlig falsches Signal, da jeder halbwegs gebildeten Person auffallen wird, dass die Gräueltaten, die während der Zeit des Nationalsozialismus begangen wurden, unter anderem unter dieser Handbewegung ausgeführt wurden. Dies wiederum bedeutet in gewisser Weise eine Verharmlosung der Verbrechen, die während dieser Zeit begangen wurden, dieser Tatsache stehen wir natürlich äußerst kritisch gegenüber. Den Menschen, die unsagbares Leid erdulden mussten, wird auf eine völlig falsche Art und Weise gedacht, wenn ihnen denn damit überhaupt gedacht werden soll, mensch könnte fast sagen, dass sie regelrecht verhöhnt werden. Wir haben die Botschaft, die sich hinter diesen Zwergen verbirgt für uns interpretiert und uns inhaltlich damit auseinandergesetzt, daraus ergibt sich selbstverständlich das Beziehen einer Position. Daher distanzieren wir uns im Hinblick auf die Installation vom ‚Runden Tisch gegen Rechts Straubing‘, da diese ein falsches Signal aussendet, das wir nicht unterstützen wollen und werden. Wir sind zwar weiterhin an einer Zusammenarbeit mit dieser Plattform interessiert jedoch wird das nicht im Zusammenhang mit diesen ‚Zwergen‘ geschehen. Wir fordern den/die unbekannteN GönnerIn auf in Zukunft solche Beträge, die zur Finanzierung dieses Projekts benötigt wurden (die sich auf ca. 20.000€ [2] belaufen) in antifaschistische Projekte zu investieren, die eine inhaltliche und kritischere (evtl. auch objektivere) Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch den Nazis von heute vorantreiben. Damit wäre zumindest der Weg in die richtige Richtung, in Sachen kritischer Auseinandersetzung , geebnet. Auf eine solche zweideutige, verhöhnende und persiflierende Art und Weise ist dieser Weg nämlich auf keinen Fall geebnet.

Antifaschistisches Aktionskollektiv Straubing (AAK-SR)

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